Gegen Pegida. Gegen Rassismus. Gegen Männergewalt.

Gegen Pegida.

Gegen Rassismus.

Gegen Männergewalt.

Samstag / 09.01. / 12 Uhr HBF Köln.

Pegida NRW ruft am Samstag, den 09.01. um 14 Uhr am Bahnhofsvorplatz Köln zu einer Kundgebung unter dem Motto „PEGIDA Schützt!“ auf. Dabei wollen sie die Vorfälle vom Silvesterabend in Köln für ihre rassistische Hetzte nutzen. Fraglich bleibt, wie eine Gruppierung, die zum großen Teil aus weißen Männern besteht und teilweise aus der Hooliganszene stammt, dem Motto „PEGIDA Schützt!“ gerecht werden will. Wen oder was wollen sie schützen? Und wovor wollen sie schützen?

Laut Facebook sorgen sie sich um die Sicherheit „unserer Frauen und Töchter“. Für uns ist jedoch klar, sie sorgen sich nur um das Wohlergehen derer, die in ihren vermeintlichen Kulturkreis passen.
Wie, die bis jetzt bekannten, nur männlichen Redner jedoch über Gefühle und Ängste von Frauen und für Frauen reden können ist für uns unverständlich.
Weiter ist für uns unverständlich, warum die Debatte über sexualisierte Gewalt jetzt erst aufkommt.
Seit wann erfahren Frauen nur an Silvester Gewalt? Was ist mit der alltäglichen Gewalt gegen Frauen?

Oder schauen wir uns zum Beispiel das kölsche Karnevalsfest an, sexistische Übergriffe sind hier, wie auch an jedem anderen Tag im Jahr, an der Tagesordnung. Und meist sind die Täter weiße Männer! Warum dies nicht thematisiert und unter den Tisch gekehrt wird, wird bei der Betrachtung von Pegida NRW schnell deutlich. Sie versuchen den Silvesterabend mit rassistischer Analyse für sich zu vereinnahmen, schüren Ängste vor angeblich „Fremden“ anstatt zu betrachten, dass die meisten Vergewaltigungen in dem familiären Bekanntenkreis der Betroffenen stattfinden. Sexuelle Übergriffe stellen sie als „Kulturphänomen“ dar. In Deutschland scheint es keinerlei Sexismus und auch keinerlei sexuelle Übergriffe zu geben. Dass diese Aussage schlicht weg falsch ist, ist nicht erst seit Karneval oder Oktoberfest eine Tatsache.
Es geht ihnen nicht um die Frauenrechte und den feministischen Kampf sondern um das schüren von Ängsten, denen rassistische und nationalistische Denkweisen zu Grunde liegen.

Auch der Krisenstab der Stadt Köln, welcher wenige Tage nach den Geschehnissen stattfand ist für uns ein Witz. Verhaltenstipps für Frauen* stellen keinen Schutz gegen Übergriffe dar! Eine Armlänge Abstand zu allen fremden männlich gelesenen Personen schränkt Frauen* in ihrem Alltag ein und raubt ihnen alle Freiheiten. Diese Annahme verhöhnt die Betroffenen von sexualisierter Gewalt und reiht sich in die alte Tradition des victim blaiming ein! Hierbei werden die betroffenen Frauen* zu Täter*innen gemacht und ihnen wird mindestens eine Mitschuld an den Übergriffen in die Schuhe geschoben. Doch das Problem sind nicht die Frauen*, es sind die Männer! Auch weiße Männer! Auch wenn dies von Pegida und co. gerne vergessen und übersehen wird.

Es ist an der Zeit eine Debatte über sexualisierte Gewalt zu führen, über die patriarchalen Strukturen und den sexistischen Normalzustand. Es ist längst an der Zeit die Debatte von rassistischen Ressentiments zu lösen und das eigentliche Problem anzugehen.

Gegen das Patriarchat!
Für ein selbstbestimmtes Leben ohne Sexismus! Ohne Rassismus! Ohne PEGIDA!

Kommt daher am 09.01. zur Gegenkundgebung und überlasst PEGIDA nicht das Wort und nicht die Straße!

Kundgebung vom Bündnis „Köln gegen Rechts“

Hinweis: Guter Text zu „Rape Culture“ von der VICE

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