Protestmarsch gegen Gewalt an Frauen

“Wie oft siehst du sie?” – “Die ganze Zeit. Sie sind überall.”

Das Zitat aus dem Psycho-Thriller „The Sixth Sense“ könnte einem Gespräch über patriarchale und sexistische Strukturen entnommen sein. Menschen und Mechanismen, die dieses Konstrukt in unserer Gesellschaft reproduzieren, schaffen und tragen, sind überall anzutreffen. Egal ob am Arbeitsplatz, in der Werbung oder Bekanntenkreis, es legt sich wie ein schmieriger Ölfilm über das Gesamtbild.

In was für einem Film leben wir eigentlich?! Ein kleiner Blick hinter die Kulissen des Wohlfühlkinos: Firmen wie Astra [1;2] brauchen sich keine Sorgen um den Produktabsatz zu machen, wenn deren Werbeinhalte und Marketingstrategien Frauen erniedrigen und in Rollenbilder pressen – auch haben sie keine große Kritik von Menschen zu befürchten, die von sich aus behaupten, Objektivierung von Frauen kritisch zu sehen und dem ablehnend gegenüber zu stehen. Neben dem können Firmen wie ‘RealSocialDynamics’ [3;4] in Seminaren offen Gewalt an Frauen propagieren und das weibliche Geschlecht als Produkt brandmarken, welches Mann sich nehmen kann. Der Firmenphilosophie nach muss er nur die richtigen Tricks beherrschen, um den Willen der Frau zu brechen oder zu übergehen. Aber das Problem liegt nicht allein bei Firmen und Werbestrategien, wir alle als Teil der Gesellschaft erhalten dieses System aufrecht. Dies offenbart sich auch in Film und Fernsehen, Kunst und Musik, die wir tagtäglich konsumieren. Egal ob der Musikantenstadl seine reaktionäre Show abzieht oder Prinz Pi [5] sich ein Comeback ohne sexistischen Kommentar wie „…Prinz Porno ist zurück, jetzt werden die Bitches zerstört“ mit entsprechendem Bildmaterial nicht vorstellen kann: Sexismus ist in allen gesellschaftlichen Schubladen zu finden – und dies gilt es zu bekämpfen!

Die oben beschriebenen Zustände spiegeln Einstellungen wieder, die tief in unseren Köpfen verankert sind. Sie sind der Nährboden für ein sexistisches Spektrum, das von reaktionären Sichtweisen bis hin zu sexualisierter Gewalt reicht. In dem Zusammenhang werden immer wieder Bedrohungsszenarien aufgebaut, die Frauen unter anderem in ihrer Bewegungsfreiheit einschränken.

Wir rufen alle Frauen und Mädchen dazu auf, am Protestmarsch „Wir fordern die Nacht zurück“ teilzunehmen und unterstützen die Forderung auf das Recht, sich als Frau in der Stadt am Tag und in der Nacht frei bewegen zu können, ohne Angst haben zu müssen, sexuell belästigt oder vergewaltigt zu werden. Darüber hinaus fordern wir, sich kritisch mit dem Ist-Zustand auseinanderzusetzen und der Aufrechterhaltung von sexistischem Gedankengut aktiv entgegenzutreten.

Treffpunkt für den Protestmarsch der Frauen: Bahnhofsvorplatz (Köln) am Dienstag, den 25.11.2014 um 18:00 Uhr

Abschlusskundgebung: 20:00 Uhr am Rudolfplatz – zu dieser sind auch Männer eingeladen

Nochmal in Kürze:

Was? Protestmarsch zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen ‘Wir fordern die Nacht zurück’/‘Reclaim the Night’
Wer? Verschiedene feministische und emanzipatorische Organisationen
Wann? Dienstag, 25.11.2014 um 18 Uhr
Wo? Bahnhofsvorplatz Köln
Abschlusskundgebung? Um 20 Uhr am Rudolfplatz – hier sind auch Männer eingeladen
Offizielle Homepage: http://www.lila-in-koeln.de/aktuelles.html
Facebook: https://www.facebook.com/events/267426473381429/

 

[1] http://monstersofgoe.de/2011/09/29/astra-was-dagegen/
[2] http://www.hugsandkissesonline.de/?p=1523
[3] http://sugarbox.at/2014/11/10/wer-ist-julien-blanc-spoiler-ein-riesiges-arschloch-und-was-kannst-du-gegen-ihn-tun/
[4] https://www.freitag.de/autoren/roesleinrot/einreiseverbot-fuer-den-frauenwuerger
[5] http://www.songtexte.com/songtext/prinz-pi/keine-liebe-1b991910.html

NS Verherrlichung stoppen – Nazis in Remagen entgegentreten!

Hier der Aufruf gegen den Nazisaufmarsch am 22. November in Remagen. Weiter unten findet ihr die Anreiseempfehlung aus Köln.

„NS Verherrlichung stoppen! Nazis in Remagen entgegentreten“

Gegen den Naziaufmarsch am 22. November 2014
Am 22. November wollen zum mittlerweile sechsten Mal in Folge Neonazis aus ganz Deutschland in Remagen aufmarschieren. Das antifaschistische Bündnis „NS-Verherrlichung Stoppen!“ ruft zu einer überregionalen, antifaschistischen Demonstration auf: Naziaufmärsche und NS-Verherrlichung stoppen!

NS-Verherrlichung und deutsche Opfermythen
Remagen, eine kleine Stadt am Rhein zwischen Koblenz und Bonn, ist bekannt für die erste alliierte Rheinüberquerung im Befreiungskampf gegen Hitlerdeutschland. Die Nazis kommen allerdings nicht wegen der „Brücke von Remagen“, sondern wegen dem „Rheinwiesenlager“, einer provisorischen Sammelstelle für deutsche Kriegsgefangene, in dem unter kriegsbedingten Umständen ca. 1200 Gefangene starben. Die Nazis erlügen sich Opferzahlen von über einer Millionen Toten und sprechen von einem angeblichen Völkermord. Das Ziel ist klar: Die deutschen Verbrechen sollen relativiert und deutsche Täter*innen zu Opfern verklärt werden.

Dass die Neonazis für ihre Geschichtsverdrehung Remagen als Bühne wählen, ist allerdings kein Zufall. In Remagen gibt es die so genannte Friedenskapelle, die an das alliierte Gefangenenlager erinnert. Auf einer im Boden eingelassen Gedenkplatte wird hier den „Landsern“, die in diesem „Schreckenslager“ untergebracht waren, gedacht. Worte zu deutschen Untaten und der deutschen Schuld finden sich nicht. In der Kapelle wird eine Kopie der Skulptur „Schwarze Madonna“ ausgestellt, ein Werk des ehemaligen Insassen des Rheinwiesenlagers und NS-Künstlers Adolf Wamper. Dieses geschichtsrevisionistische Denkmal und dessen Akzeptanz, stehen für uns für die tiefe Verankerung deutscher Opermythen.

Gegen die Nazistrukturen
Verantwortlich für die Aufmärsche war jahrelang die Nazikameradschaft Aktionsbüro Mittelrhein [ABM]. Als diese 2012 aufgrund des Vorwurfs der Bildung einer kriminellen Vereinigung zerschlagen wurde, sprang die Nazipartei Die Rechte ein. Dieses Jahr findet die Veranstaltung laut Nazis unter neuer Versammlungsleitung statt. Geschuldet ist dies wohl der Neustrukturierung der Neonaziszene in der Region. Die 26 inhaftierten Neonazis des ABM haben seit Anfang 2014 alle die Untersuchungshaft verlassen. In der Region Remagen und dem Kreis Ahrweiler besteht wieder bzw. immer noch eine gut vernetzte und gewaltbereite Neonaziszene.

Wir stellen fest: Seit Jahren gab es von vielen Stellen so gut wie keine offene Auseinandersetzung mit dieser Naziszene. Nach der staatlichen Zerschlagung des ABM wurden Augen und Ohren erneut geschlossen – wenn sie überhaupt einmal geöffnet waren. Opfer der Neonazigewalt, die nun vor Gericht steht, bekommen keine Aufmerksamkeit, dafür aber das alte „Braune Haus“ einen neuen Anstrich.

22.November – Antifaschistische Aktion: Gegen die Nazidemo, gegen Opfermythen!
2013 haben wir erfolgreich die deutschen Opfermythen kritisiert und den Nazis gezeigt, dass sie in Remagen nicht willkommen sind. Mit 450 Antifaschist*innen, waren die etwa 300 Nazis erstmals nicht mehr die größte Gruppe an diesem Tag. Trotz antifaschistischer Proteste konnten die Nazis allerdings ihre Demo durchführen. Wir wollen es nicht hinnehmen, dass auch dieses Jahr wieder Neonazis in Remagen aufmarschieren können. Wir werden am 22. November solidarisch mit den fortschrittlichen Teilen der Zivilgesellschaft und aktiven Nazigegner*innen in der Provinz dem Naziaufmarsch entgegentreten. Neben dem Protest gegen den Naziaufmarsch und die Nazistrukturen vor Ort, gilt es vor allem der Verdrehung der Geschichte hin zum deutschen Opfermythos entschlossen den Kampf anzusagen.

Kommt am 22. November zur antifaschistischen Demo und zum anschließenden Protest gegen den Naziaufmarsch in Remagen! NS Verherrlichung stoppen! Gegen jeden Geschichtsrevisionismus!

http://remagen.blogsport.de/

Treffpunkt für die gemeinsame Fahrt am kommenden Samstag (22.11.2014) nach Remagen:
09.15 Uhr, Köln Hauptbahnhof, Haupteingang
Kommt pünktlich und organisiert euch in Bezugsgruppen.
(Quelle: http://antifakoeln.blogsport.de/)

Mobivortrag IMK in Aachen

Am 11. und 12. Dezember findet in Köln die Hauptkonferenz der deutschen Innenminister_innen von Bund und Ländern statt. Auf der Innenministerkonferenz – kurz IMK – werden Themen wie “Asylpolitik”, “Terrorismus- und Extremismusbekämpfung” und “Innere Sicherheit” besprochen.
Für viele Menschen mag dies angemessen erscheinen, werden doch täglich Ängste vor ‘Überfremdung’, ‘Extremismus’ und dem Verlust von Sicherheit geschürt und vor den vermeintlich negativen Auswirkungen für die deutsche Nation gewarnt. Darum sind diese Themen auch medial stark vertreten, was sie einem breiten Publikum zugänglich macht.

Aus linksradikaler Perspektive gilt es jedoch die Innenministerkonferenz und ihre Art der Elendsverwaltung zu kritisieren.
Während Europas Grenzen immer weiter befestigt und Geflüchtete daran gehindert werden Europa zu erreichen, wird in Deutschland weiter daran gearbeitet die Abschiebemaschinerie in Gang zu halten und Befugnisse von Polizei und Staat zu erweitern. Diese rassistische Praxis äußert sich für Betroffene im institutionellem Rassismus, welcher sich beispielsweise im sogenannten „racial profiling“ äußert, bei dem Menschen auf Grund ihrer äußeren Merkmale von Polizist_innen kontrolliert werden.
Darüber hinaus kritisieren wir die Stigmatisierung und Kriminalisierung von Kurd*innen in Deutschland als Folge der Einstufung der PKK als terroristische Vereinigung durch den deutschen Repressionsapparat.

Die Innenministerkonferenz ist ein Zusammentreffen, in dem die kapitalistische Durchstrukturierung der bestehenden Verhältnisse aufrecht erhalten und Ausgrenzung durchgesetzt wird.

Am 19.11. werden wir euch im Rahmen der Schwarz-Roten-Kneipe im Autonomen Zentrum Aachen über die IMK informieren und Kritikpunkte weiter erläutern.

Zusätzlich erhaltet ihr Informationen zu den geplanten Gegenprotesten und habt die Möglichkeit Mobi-Material für die angekündigten Gegenproteste zu bekommen.

Kommt vorbei und organisiert euch!

Antifaschistische Initiative – Linksradikale Gruppe aus Köln

En detail – Aachen